Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

 

Mit großer Erschütterung haben wir  den abscheulichen Anschlag in Brüssel  zur Kenntnis genommen und verurteilen diesen auf das Schärfste.

 

Dieser barbarische und menschenverachtende Anschlag im Herzen von Brüssel und Ankara war nicht nur ein feiger Angriff auf unschuldige Menschen, sondern auch ein Angriff auf die freiheitliche und demokratische Grundordnung, mit dem Ziel den gesellschaftlichen Frieden zu vergiften.

 

Es wird einmal mehr deutlich, dass der internationale Terror auf keine Region beschränkt ist und vor  Landesgrenzen keinen Halt macht. Das  hässliche Gesicht des Terrors hatte sich in Paris, Madrid, London und New York gleichermaßen gezeigt wie in  Ankara.

 

Terror jedweder Art ist menschenverachtend, kennt keine Religion oder Werte und muss von der internationalen Staatengemeinschaft  entschlossen bekämpft werden.

 

Wir möchten den Angehörigen in diesen Tagen des Schmerzes und der tiefen Trauer unser aufrichtiges Beileid übermitteln und erwarten, dass die Täter und deren Drahtzieher  unverzüglich zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Demokratische Alternative

Betriebsversammlung vom 14.03.2016

Zunächst eine Vorbemerkung in eigener Sache.

 

 

mein Name ist Metin Sirin und ich stehe hier als Vertreter der Demokratischen Alternative. Wir sind eine gewerkschaftliche Betriebsgruppe und stellen im gewählten Betriebsrat vier Mitglieder.

 

 

Bei unseren Kolleginnen und Kollegen sind wir als kritische Opposition bekannt.

 

Diese Rolle als Opposition werden wir in den kommenden Jahren beibehalten.

 

– Demokratie im Betrieb braucht Opposition!

 

Aber, bei der kommenden Aufsichtsratswahl im Mai treten wir nicht an.

 

Näheres werden wir in kommenden Wochen, in einem Flugblatt dazu erläutern.

 

 

Mein erstes Thema sind die Gewinne und Verluste bei Ford

 

Als die Konzernleitung  2012 den Transformationsplan  für Ford Europa vorstellte, lautete die  Zielsetzung, das Unternehmen bis 2015 in die Gewinnzone zurückzuführen,           und langfristig solide Erträge zu erwirtschaften. Gegen Jahresende glaubte eigentlich niemand daran, dass dieses Ziel erreicht werden könnte.

 

Zur freudigen Überraschung wurde Ende Januar 2016 bekannt gemacht, dass 2015  für die Ford Motor Company ein herausragendes Jahr war.

 

Es brachte einen Rekordgewinn von $10,8 Milliarden vor Steuern – das ist ein Plus von $3,5 Milliarden, verglichen mit dem Vorjahr.

 

 

Auch Ford Europa hat für das Jahr 2015 tatsächlich das gesteckte Ziel erreicht.

Ein Gewinn in Höhe von 259 Millionen US-Dollar wurde bekannt gegeben.

 

Das entspricht rechnerisch  einer Verbesserung um 850 Millionen,  verglichen mit dem Vorjahr.

 

 

Dass Ford Europa wieder Gewinne schreibt, ist ein Ergebnis, auf das wir ALLE sehr stolz sein können. So wurde es auch zumindest gesagt.

 

 

Bei aller Freude über diesen Erfolg ist doch Skepsis angezeigt. Mir scheint eher, dass die Finanzexperten bei Ford, die bekanntlich mit den Daten und Zahlen so gut spielen können, dass sie zu dem erwünschten Ergebnis kamen.

 

 

In der offiziellen Mitteilung von Jim Farley steht ja auch, dass die Rückkehr in die Gewinnzone, teilweise durch die im Dezember eingeführte Bilanzierungsumstellung, für Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen begünstigt wurde.

 

Nehmen wir einmal die Sichtweise der Konzernleitung ein:

 

Die hatte 2012 verkündet, dass 2015 bei Ford in Europa ein Gewinn erzielt werden sollte. Für Jim Farley war es bestimmt ein Anliegen, persönlich dafür gerade zu stehen. Die rettende Idee, zumindest einen Gewinn in Millionenhöhe auszuweisen, war die erwähnte Umstellung bei der Bilanzierung.

 

 

Pensionsleistungen sind eine Verpflichtung des Unternehmens uns gegenüber. Es ist vertragliche Pflicht von Ford, uns, wenn wir einmal in Rente gehen, die zugesagte Betriebsrente zu zahlen.

 

Unser Betriebsrat ist wachsam, dass die, für die Betriebsrenten Monat für Monat abgezweigten Gelder, sicher angelegt und verwaltet werden.

 

 

Denn auf dieses Geld kann die Firma nicht mehr zugreifen. Auch nicht im finanziellen Notfall, zum Beispiel bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.

 

Aber, wie gesagt, diese Einzahlungen von Geld als Pensionsrückstellung, sind zwingend.         Und hier haben unsere Finanzexperten einen erlaubten Kniff bei der Bilanzierung angewendet.

 

Die Pensionsrückstellungen werden nun als Sonderposten betrachtet, und fließen daher nicht mehr in das sogenannte operative Ergebnis ein.

 

 

 

Mit diesem Trick wurde niemandem geschadet, aber der Firmenleitung hat es genutzt. Jim Farley steht jetzt als fähiger Manager da, und hat sein Ansehen gestärkt.

 

Warum wir aber alle auf diesen Erfolg stolz sein können, das erschließt sich mir nicht.

 

  • Woran denkt Herr Farley, wenn er  Dank und Anerkennung ausspricht?

 

  • Soll uns das auf die kommenden Anforderungen vorbereiten, von denen er anschließend schreibt?

 

  • Tatsächlich, da heißt es: „Wir haben uns höhere Ziele gesetzt.“

 

  • Ist das Schmeichelei?

 

 

 

Zweites Thema: Solidarität mit der Firma

 

Kolleginnen und Kollegen,

 

wir sollten kurz zurück blicken, um uns zu erinnern, was wir als Ford-Belegschaft in den vergangenen Jahren geleistet haben

 

  • Im Jahr 1997 mussten wir einen Arbeitnehmer-Beitrag zur Einsparung von 400 Mio. DM bringen

 

  • Im Jahr 2004 wurde das Weihnachtsgeld um 45 % gekürzt

 

  • Zwischen 2006 bis 2010 wurden übertariflichen Bestandteile bis 6,5 % für die Tarifrunden angerechnet

 

  • Weitere Einsparungen in Millionenhöhe wurden und werden weiterhin erzielt   durch die ERA-Einführung

 

  • In den kommenden Jahren sollen 410 Mio. eingespart werden

 

  • -Ab 2017 sollen das Jubiläumsgeld und die Jubiläumsfreistellung wegfallen-

 

  • Weitere Einsparungen durch neue Schichtmodelle, flexible Arbeitszeiten und versetzte Pausenzeiten (im Motorenwerk,         bei GFT und in der R-Halle)

 

Damit will ich sagen:

 

Alle Kolleginnen und Kollegen,

haben wir mit solchen Opfern, immer wieder, unseren finanziellen Beitrag für das Unternehmen, und  zum Auferstehen der Firma  geleistet.

 

 

Die Ford-Belegschaft in Merkenich und Niehl  hat sich, für den Ford-Konzern, als vitale, verlässliche und menschliche Stärke für die Zukunft der Firma erwiesen.

 

 

Aber eines stimmt uns doch nachdenklich:

 

Was viele von uns regelrecht umtreibt, ist die vermutete Ungleichbehandlung des Ford-Konzerns in Dearborn und hier in Europa, speziell uns in Deutschland.

 

Ich komme nicht umhin noch einmal in Erinnerung zu rufen, dass unsere Muttergesellschaft im Jahr 2011 von 8,8 Mrd.$ eingefahren hatte.

Zwei Spitzenmanager erhielten überaus üppige Prämien in Millionenhöhe, weitere  gutgestellte Manager bekamen Bonuszahlungen in fünfstelligen Beträgen. Und die amerikanischen Ford Kolleginnen und Kollegen bekamen auch bis 6200 Dollar ausgeschüttet…

 

Verglichen damit, schauten wir leider in die Röhre!!!

 

 

Der Genauigkeit halber muss ich aber zugeben, dass Kolleginnen und Kollegen in der Fertigung, im Jahr 2011, doch eine kleine Prämie bekommen haben, nämlich eine leere TASSE !!!

 

 

Wir freuen uns heute über den Erfolg unserer Firma, an dem wir ALLE ganz gewiss unseren Anteil haben. Das Unternehmen geht sogar davon aus, dass Ford sein Europa-Ergebnis in diesem  Jahr  noch weiter verbessern wird.

 

Aber wir erwarten deshalb Teilhabe!!!

 

Wir erinnern uns an eine  Zusage der Firmenleitung, im Jahr 2004,  dass das in Notzeiten gekürzte Weihnachtsgeld, wieder zu 100 % gezahlt werde, wenn es der Firma wirtschaftlich besser gehe.

 

Wir meinen, diese Zeit ist gekommen!!!

 

  • Oder Sind die erfolgreichen Kollegen/Innen Ihnen nur eine Tasse wert?

 

  • Füllt die Tasse mit der Zusage, gegebene Versprechen einzulösen, zum Beispiel…

 

  • Wieder 100 % Weihnachtsgeld !!!

 

  • Macht auch für uns Kolleginnen  und Kollegen den Unterschied sichtbar!!!

 

 

Lieber Herr Mattes!

Wie gut, dass Sie heute noch auf Ihrem Posten sind. So können wir Sie an Ihr damaliges Versprechen erinnern.

 

(Falls Mattes nicht da ist)

Wir finden es gut, dass Herr Mattes heute noch auf seinem Posten ist. So können wir ihn an sein damaliges Versprechen erinnern.

 

Uns wird von der Konzernspitze das Motto       One Ford ans Herz gelegt. Wenn Ford Motor Company eine welteinheitliche Firma ist (sein will?), dann muss das auch für die einheitliche Belohnung der Belegschaft gelten.

  • Ist das nicht fair???

Wir Betriebsräte werden immer wieder von Kolleginnen und Kollegen mit der Erwartung konfrontiert, dass man eine finanzielle Geste der Wertschätzung für die gute Arbeit hier erleben möchte.

Als Ford-Beschäftigte fordern wir daher, unseren fairen Anteil an dem, was durch unsere harte Arbeit erwirtschaftet wurde !!!

 

Drittes Thema: Tarifrunde Metall und Elektro :

 

Kolleginnen und Kollegen,

 

zur Zeit laufen Tarifverhandlungen zwischen unserer IG-Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

 

Die Tarifkommissionen der Bezirke haben im Februar ihre Forderungen für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen: Fünf Prozent mehr Geld und eine Laufzeit von zwölf Monaten.

 

Die von der IG-Metall geforderte Entgelterhöhung unterstützen wir. Wir fordern unsere Verhandlungsführer auf, hart zu verhandeln und fest zu bleiben.

 

Wir, die gewerkschaftliche Ford-Belegschaft, sind bereit, für diese Forderungen zu kämpfen und stehen geschlossen hinter unserer IG-Metall.

 

Wir erwarten, dass das in Verhandlung stehende Tarifergebnis, 1:1 auf die Entgeltzahlung umgesetzt wird.

 

 

Danke für Eure und Ihre Aufmerksamkeit.

14.03.2016 BV

Tarifrunde IG Metall Verhandlungen

Wir, als Demokratische Alternative, haben an der Tarifrunde der IG Metall Verhandlungen in Mülheim an der Ruhr teilgenommen.

Kölner Friedensverpflichtung

Als gewerkschaftliche Betriebsgruppe Demokratische Alternative sind wir mit allen friedliebenden und gerecht empfindenden Menschen in Köln erschüttert über die Ausbrüche von Hass und Gewalt, zuletzt in Frankreich. Wir machen uns die Kölner Friedensverpflichtung vom 29.10.2006 erneut zu eigen. Was wir als Kölner Mitbürger und als Mitarbeiter im Unternehmen zur Sicherung von Frieden, Menschenwürde und Gerechtigkeit tun können werden wir tun. Wir bitten alle, die den nachfolgenden Text lesen, sich seiner Gedanken und seiner Ziele anzuschließen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen.

 

Wir freuen uns mit allen Kollegen und Kolleginnen über den erzielten Verhandlungserfolg mit der amerikanischen Ford-Mutter-gesellschaft! Zu unserer Erleichterung haben Vernunft, gute Argumente und Kampfbereitschaft der Kollegenschaft, vorgetragen durch den Betriebsrat und die Firmenleitung, zur Zusage geführt: Die Produktion des Fiesta bleibt in Köln – auch nach 2016.

Nach der BR.-Wahl und Feriensaison hat uns nun die Wirklichkeit der Arbeit in unserer Firma wieder. Es wäre falsch, die im Jubel der letzten Betriebsversammlung fast untergegangenen Erwartungen an uns, die Belegschaft, zu überhören. Herr Mattes als Geschäftsführer sagte: Jetzt müssen wir liefern! Martin Hennig als Betriebsratsvorsitzender nannte auch schon einige der ‚Lieferbedingungen‘. Darum geht es jetzt.

Wir von der Demokratischen Alternative werden mit den vernünftigen Kräften im Betriebsrat auch in Zukunft kämpfen, zusammen zu halten, was in Köln zusammengehört: Die Produktentwicklung, die Ersatzteilfertigung und den Ersatzteilservice in Merkenich mit der Automobilproduktion und allen zugehörigen Bereichen einer integrierten Automobilfabrik in Niehl.

 

Wichtig! Die Belegschaft hat ein Recht zu wissen, wie es weitergeht - darum fragen wir kritisch:

 

Wie soll die Zukunft der Arbeit im Werk Niehl nach der neuen Betriebsverein-barung aussehen?

 

  • Wodurch sollen 410 Mio. € eingespart werden – vorwiegend durch personelle Kürzungen?

 

 

  • Personalreduzierung wurde bereits angedeutet – soll sie nach der ‚Salami-Taktik‘ verlaufen?
  • Die 3. Schicht soll aufgegeben werden; ca. 1400 Stellen sind davon betroffen, bloß ca. 210 Kollegen werden aber im Motorenwerk benötigt. Wie wird das gehen?
  • Problem der hohen Abwesenheitsquote – Welche Lösungsansätze gibt es?
  • Krankheitsbedingte Kündigungen (Kündigung aufgrund und während Krankheit) – sh. dazu Flugblatt der IGM (Dr. Till Bender). – Fliegen die Kranken jetzt schneller raus?
  • Mehrarbeit; Arbeit nach Bedarf – Was steht darüber in der einschlägigen Betriebsvereinbarung? Sie wurde vom Gesamtbetriebsrat beschlossen; der Kölner Betriebsrat wurde aber als Gremium nicht informiert.
  • Was bedeutet Flexibilisierung für die Fertigung Niehl?
  • Was wird die Integration der indirekten Bereiche (in die Produktion) für die betroffene Belegschaft bedeuten?

 

  • Ist die 35-Stunden-Woche jetzt kaputt?

 

  • Werden Hallenbetriebsräte aufgrund der geschlossenen Betriebsvereinbarung zu zahnlosen Tigern?

 

  • Wie wird ab 2015 die Leistungsbeurteilung aussehen?
  • Wurden die Adecco-Kollegen bloß als Wähler eingestellt?
  • Wie ist die betriebliche Perspektive für die Z-Halle?
  • Was muß die Belegschaft an Errungen-schaften der letzten Jahre wieder, ,abgeben‘?

Wir wollen:

Stärkung des Produktionsstandortes Köln

Soziale Sicherheit der Kollegenschaft


 

 

 

Salamitaktik auch bei uns – Ford in Köln?

Aufruf zur Beendigung des Hasses in Israel und Palästina

Zu den Fakten: Die israelische Armee startete nach zehn Tage dauernden Luftangriffen eine ‚Bodenoffensive‘ im palästinensischen Gazastreifen.

 

Mit allen Menschen guten Willens protestieren wir Ford-Betriebsräte der Demokratischen Alternative gegen die grausamen Militärschläge gegen unschuldige Zivilpersonen.

Die Not der unter dem Beschuß und nun unter den Schlägen der israelischen Bodentruppen leidenden Menschen ist groß, ihre Trauer um ihre Opfer unbeschreiblich. Hunderte von Palästinensern kamen bereits durch die Luftangriffe um. Die Ergebnisse der Militärschläge sind verheerend. Täglich neue Verletzte mit großen Schmerzen, Tote, gezielt bombardierte, vernichtete private Wohnhäuser. Not und Leiden von unschuldigen, wehrlosen Kindern, von Frauen und Männern. Die am vergangenen Freitag seitens der israelischen Armee begonnene Bodenoffensive bedeutet einen neuen Höhepunkt der militärischen Gewalt. Dies ist zugleich ein Tiefpunkt menschlicher Zivilisation. Nicht nur die unmittelbar Betroffenen in Palästina sind verängstigt und bangen um Leben, Gesundheit, Hab und Gut.

Wir bitten alle, die hiervon Kenntnis haben, nicht erneut wegzuschauen, es mit wirkungslosen Appellen zu belassen. Solidarität mit den Schwachen bedeutet, den Starken in den Arm zu fallen, sie an ihre moralische Verantwortung zu erinnern.

Frieden gibt es nicht ohne Gerechtigkeit – auch nicht in Palästina. Die Ursache für den Unfrieden, die Gewalt, den Krieg im Staate Israel und den palästinensischen Gebieten ist die fortgesetzte Ungerechtigkeit den Palästinensern gegenüber. Diese gebiert den auf beiden Seiten bestehenden und seit langer Zeit wieder und wieder auflebenden Hass.

Nelson Mandela (Friedens-Nobelpreisträger) sagte dazu: „Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.

 

Betriebsräte der Demokratischen Alternative:

 

 

Muharrem Kızılkaya  

Ibrahim Larçin

Zekeriya Öküt  

Metin Şirin


 

 

 

Ford-Betriebsversammlung: Etappensieg in Köln - Steht Ford vor einem radikalen Umbau?

 

  • Große Gefühle sind schön, sie erheben den Menschen für Augenblicke des Lebens aus den Niederungen der Mühsal.
  • Große Gefühle sind gut, denn sie lassen uns auf Erreichtes zurückblicken.
  • Große Gefühle sind nützlich, denn sie geben uns Kraft, die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen.

So gesehen war die Ford-Betriebsversammlung am 10. Juni in der Niehler W-Halle eine überwiegend beglückende Erfahrung. Die einen können jetzt erleichtert in ihre nahe berufliche Zukunft blicken, denn ihr Arbeitsplatz scheint gesichert. Die anderen ahnen, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen und sie Änderungen in der Firma entgegensehen, die sie selber betreffen werden. Wir freuen uns mit allen Kollegen und Kolleginnen über den zwischen Firmenleitung und Betriebsrat erzielten Erfolg der Verhandlungen! Es ist gut, daß vernünftige Argumente und die Bereitschaft zu Kompromissen die Grundlage der Gespräche waren. Die Geschlossenheit der Belegschaft in der Frage der Erhaltung der Automobilproduktion am Standort Köln hat beeindruckt. Geschlossenheit beim Erstreben eines Ziels ist besser, als martialische Kampfbereitschaft. Das ist die Lehre, die wir in Köln aus den Werksschließungen bei Ford in Genk und bei Opel in Bochum ziehen können. Die Faust als Drohgebärde zu ballen wirkt nicht vertrauensbildend. Das müssen jetzt die Linken unter den Kollegen bedenken, für die Arbeitskampf etwas mit Verweigerung und Machtdemonstration zu tun hat.

Wäre die Konzernleitung der ursprünglichen Planung gefolgt, dann wäre unser Streit für die Fortsetzung der Fiesta-Produktion in Köln ein Kampf gegen den langsamen, unaufhaltsamen Abstieg gewesen. Ab jetzt ist der Kampf um die Arbeitsplätze eröffnet; es gibt realistische Chancen ihn zu bestehen. Die vor uns liegenden Jahre werden Mühe und Arbeit bringen, aber auch das Glücksgefühl, etwas geschaffen zu haben. Es wird Auseinandersetzungen geben. Aber es sollte ein Streiten mit den Mitteln der Intelligenz und der Vernunft sein. Wir von der Kölner Demokratischen Alternative stehen zusammen mit den vernünftigen Kräften im Betriebsrat ein für einen Wiederaufstieg von Ford in Europa. Wir helfen zusammen zu halten, was in Köln zusammengehört: Die Produktentwicklung, die Ersatzteilfertigung und den Ersatzteilservice in Merkenich mit der Automobilproduktion und allen zugehörigen Bereichen einer integrierten Automobilfabrik in Niehl. Wir bitten Euch / Sie alle, dabei mitzumachen!

 

Ford-Betriebsgruppe Demokratische Alternative                  www.alternativeliste.de

Wer krank ist, muss nicht nachts arbeiten

Das Bundesarbeitsgericht hat die Rechte von Schichtarbeitern gestärkt. Kann ein Schichtarbeiter aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtdienste leisten, so ist er deswegen nicht arbeitsunfähig. Vielmehr müsse der Arbeitgeber die Arbeit möglichst so organisieren, dass der Betroffene nur tagsüber eingesetzt werde, entschieden die Richter am Mittwoch in Erfurt.

 

Mehr darüber bei:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/recht-steuern/schichtarbeiter-rechte-gestaerkt-wer-krank-ist-muss-nicht-nachts-arbeiten-12887887.html?google_editors_picks=true


Dr. Carl-Ludwig Voss
Sprecher für die Betriebsgruppe Demokratische Alternative

 

Betriebsrat:

Metin Şirin  
Zekeriya Öküt  
Muharrem  Kızılkaya
Ibrahim Larçin
 

 

Trauer um tote Bergleute in der Türkei

Ein schwarzer Tag

 

 

Wir, die Kollegen von der gewerk-schaftlichen Demokratischen Alternative bei Ford, empfinden Trauer um die türkischen Bergleute, die bei ihrer Arbeit in der Kohle-grube in Soma umgekommen sind. Sie haben gearbeitet, um Brot für sich und ihre Familien zu verdienen. Sie hatten Vertrauen in die Sicherheit ihrer Arbeit. Ihr Vertrauen haben sie teuer bezahlt – mit ihrem Leben.

 

Wir empfinden Mitleid und Sympathie für die trauernden, ratlosen Angehörigen der Toten.

 

Erste Berichte und Analysen des schrecklichen Bergwerk-Unglücks deuten leider darauf hin, daß bestehende Bestimmungen zur Arbeitssicherheit nicht ernst genommen wurden. In einem Bergwerk unter Tage gibt es viele Gefahren. Diese können und müssen mit allen verfügbaren Mitteln beherrscht werden, damit Leib und Leben der Bergarbeiter bestmöglich geschützt sind. Es darf auch nicht an innerbetrieblichen und behördlichen Kontrollen fehlen, die eine Umsetzung der Bestimmungen zur Arbeitssicherheit überwachen. Ein guter Betriebsrat hat die Aufgabe, solche Überwachung zu beobachten und zu fördern.

 

Was ist aber, wenn der Betriebsrat schwach ist, wenn er gar nicht existiert, oder wenn er bequem ist und wegsieht, Probleme nicht wahrhaben will? Arbeitssicherheit ist eine Form des gelebten sozialen Fortschritts in jeder Firma. Gute Arbeit bedeutet zunächst sichere Arbeit. Arbeit darf zumutbar anstrengen, darf aber nie den Verlust der Gesundheit oder die Gefährdung des Lebens bedeuten! Die Durchsetzung von sicherer Arbeit ist Aufgabe jeder Firmenleitung. Ein guter Betriebsrat soll und muß sie darin unterstützen.

 

In einer guten Firma ist ein kundiger sowie einflussreicher Betriebsrat unersetzlich. Das ist die Lehre, die wir jetzt, nach dem furchtbaren Grubenunglück in der fernen Türkei, auch für uns erneut ziehen können. Die Durchsetzung von Arbeitssicherheit ist ein Akt gelebter Solidarität mit den Kollegen.

 

 

Dr.Carl-Ludwig Voss

Sprecher für die Betriebsgruppe der Demokratische Alternative 


Betriebsrat:

Muharrem Kızılkaya    Ibrahim Larçin   

Zekeriya Öküt   Metin Şirin   

 

Internationaler Tag gegen Rassismus

 

Im Jahr 1966 wurde der 21. März von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassismus ausgerufen. Der Gedenktag soll zur Überwindung von Rassismus und Diskriminierung beitragen.

 

Wir, die Demokratische Alternativeim Ford – Betriebsrat nehmen zur Kenntnis, dass es in unserer Gesellschaft immer wieder zu rassistisch motivierten Vorfällen, ja, zu Verbrechen kommt. Wir meinen, daß der demokratische Kampf gegen Rassismus nicht erlahmen darf. Daher unterstützen wir persönlich Menschen und Aktionen, die sich der Bekämpfung von Rassismus widmen.

 

Die beste Art, Rassismus zu bekämpfen, ist die gesellschaftliche Einübung von Offenheit und Vielfalt. Wenn gegebene oder künstlich aufgebaute Ungleichheiten und Vorurteile benannt und bekämpft werden, ist ein großes Stück Arbeit im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung getan. Menschenverachtende Einstellungen und Ideologien wirken sich unterschiedlich aus. Mal sind es die Einwanderer aus Bulgarien oder Rumänien, mal die Asylsuchenden. Gründe zur Diskriminierung von Menschen werden oft unüberlegt und vorschnell gerechtfertigt.

 

Religiöse, ethnische oder auch institutionelle Diskriminierungsfälle in Deutschland verdeutlichen, dass dieses Problem allgegenwärtig ist und offen thematisiert werden muss. Der NSU-Prozess hat gezeigt, dass Politik sowie Gesellschaft Hand in Hand gegen Rechtsextremismus, aber auch gegen jede andere Art von menschenverachtendem Extremismus kämpfen muss.

 

Am 25. Mai 2014 finden in Deutschland Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Populistische Rezepte rechtsextremer Parteien sollten von Gesellschaft und Politik als Wahlkampfgetöse betrachtet werden. Gleichberechtigung, Recht auf Teilhabe und Bekenntnis zur Vielfalt sind hingegen für uns die Grundbausteine unserer friedlichen, demokratischen Gesellschaft, die zur schützen und zu stärken wir bereit sind.

 

Betriebsgruppe Demokratische Alternative                 www.alternativeliste.de

 

Betr. vorläufiges Ergebnis der Betriebsratswahl bei Ford - Abschneiden der Demokratischen Alternative – Zukunftspläne

 

 

 

Sehr geehrte Frau Kollegin,

sehr geehrter Herr Kollege,

Wähler bei der Betriebsratswahl 2014

 

 

Die Demokratische Alternative hat nach der am vergangenen Freitag vorgenommenen Stimmenauszählung knapp 11 % der Wählerstimmen erhalten. Das Stimmenaufkommen verteilt sich sehr unterschiedlich, je nachdem, welchen Wahlbezirk man betrachtet. Das beste Ergebnis von knapp 30 % der abgegebenen Stimmen haben wir im Motorenwerk, der W-Halle, erzielt.

 

Viele der 26 Kandidaten unserer Liste 3 hatten in den letzten Wochen extrem viel gearbeitet, zum Teil bis an den Rand der Erschöpfung. Das alles geschah ehrenamtlich, mit viel persönlichem Einsatz, unter anderem an privaten Mitteln zur Finanzierung der Wahlkampfkosten! Wir alle haben gehofft und gebangt, nun sind vier von 41 Sitzen im neuen Betriebsrat gewonnen. Dafür schulden wir unseren Wählern Dank für ihr Vertrauen.

 

Im Wahlkampf hatten wir bereits angekündigt, in der vor uns liegenden Wahlperiode Betriebsratsarbeit mit Herz und Verstand zu machen. Die Erhaltung, möglichst die Ausweitung, des Ford-Produktionsstandorts Köln-Niehl bleibt unser Ziel. Da bleiben wir die verlässlichen Vertreter von Arbeitnehmer-Interessen. Der Stil unserer Arbeit als Betriebsräte soll sich aber ändern. Wir werden bei den Sitzungen des Betriebsrats stärker als bisher als kräftige Oppositionsgruppe zu erkennen sein. Bei den vier jährlichen Betriebsversammlungen werden wir mehr eigene Sprecher an die Mikrofone senden. Auch unsere Öffentlichkeitsarbeit wollen wir intensivieren. Das beginnt mit der Pflege unserer Mitglieder und Kandidaten. Wir freuen uns über etliche Neue und erwarten, dass sie sich in der kommenden Zeit engagiert bei der Demokratischen Alternative einbringen. In zwei Jahren steht der nächste Wahlgang an: Aufsichtsratswahl. Die Zeit bis dahin wollen und müssen wir nutzen, um die neue Kraft zu sammeln und in eine geschlossene Gruppe zu verwandeln. Unser Wahlkampf war - sportlich betrachtet - der Sprint, die Wahlperiode bedeutet den Marathon.

 

Wir bedauern, dass die Demokratische Alternativeals neue Gruppierung es nicht vermocht hat, einige Mitglieder aus der Zeit der Alternativen Liste zu behalten. Einige wenige Enttäuschte wollen ihren Weg nicht mehr weiter mit uns gemeinsam gehen und haben uns unter Protest verlassen. Diese Entscheidung haben wir zu respektieren; allerdings widersprechen wir den erhobenen Anschuldigungen. Schade, aber darüber müssen wir hinwegkommen. Das kräftige Band, das uns alle verbindet, ist die gewerkschaftliche Solidarität. Da sollte auch Streit um den richtigen Weg erlaubtsein. Streit um die Sache ist sogar nötig, damit wir keine blind hörige Kadertruppe werden, die alles glaubt, was „von oben“ gesagt wird.

 

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein gutes Miteinander mit Euch, um Wachsen in der gemeinsamen, demokratisch geprägten Arbeit an der selben guten Sache!

 

Mit der Bitte, uns weiterhin zu vertrauen und mit herzlichen Grüßen,

 

 

Metin Şirin      Zekeriya Öküt        Muharrem Kızılkaya       Ibrahim Larçin       Rahmi Yeni

 

 Demokratische Alternative

Jetzt stehen Kandidaten der neuen Demokratischen Alternative (DA)  zur Wahl.

 

 

Wegen der vielen Neuen, die zu uns gekommen sind,

wollten wir den bekannten Namen Alternative Liste

nicht beibehalten. Die Neuen sind keineswegs Verräter

an der großen Liste, aus der sie kamen. Sie sind,

wie alle andern Leute der Demokratischen Alternative (DA),

wackere, ehrliche Gewerkschafter und Demokraten.

 

Wir alle wollen erreichen, dass durch die Betriebsratsarbeit

hier bei Ford ein Ruck der Erneuerung geht!

Das können wir in den kommenden vier Jahren

gemeinsam mit den anderen Gewählten schaffen,

aber dafür brauchen wir Ihre und Eure Wahlstimme.

 

 

OTS: Ford-Werke GmbH /

Erfolgreicher Jahresauftakt

setzt sich im Februar ...

 

 Der Ford Fiesta legte mit insgesamt 3.622 Zulassungen um 45,8 Prozent zu.

Aktuelles

Aktuelles

Ford-Europa-Managerin macht Köln Hoffnung

Ford-Europa-Managerin macht Köln Hoffnung. Foto: Ford/ dpp-AutoReporter

 

Mal ein nützliches Gedankenspiel...

Nach der BR-Wahl: Liebe Kollegen und Kolleginnen. Der neue Betriebsrat steht in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung. Die Fiesta-Produktion bliebe in Köln, nur leider müssten wir "Einschnitte" hinnehmen: 30% des Produktionskontingents gingen an Craiova und wir in Köln müssten die Nachtschicht aufgeben. Es gäbe aber keine betriebsbedingten Kündigungen, sondern durch das Erschaffen der 3. Schicht im Motorenwerk würden gut 50% der Nachtschicht weiter im Motorenwerk beschäftigt sein.

Weitere Einsparungen durch Abfindungsprogramme, Verrentung und durch das Aufteilen der Stückzahl auf zwei Schichten würden "neue Arbeitsplätze geschaffen". Wie gesagt, ein reines Gedankenspiel …. Infos stammen von IGM und aus Zeitungen.  

Liebe Kollegen und Kolleginnen,  bedeutet das denn nicht einen schleichenden Prozess, der zum Ende der Automobil-Produktion in Köln führt? Kann denn unser Unternehmen mit nur zwei Schichten wirklich die Rentabilität steigern?...

1. Wir lehnen die Vorhaltung ab, wir hätten aus Wahlkampf-Kalkül der BILD-Zeitung Informationen „zugespielt“.


2. Der von BILD so genannte Abdullah wurde inzwischen von seinem Einflussbereich bezüglich der Adecco-Kollegen entbunden.

 

3. 50 Kollegen aus der W-Halle (Motorenwerk) haben Martin Hennig im BR-Sitzungszimmer persönlich bezeugt, daß der beklagte tätliche Angriff bei der türkisch-sprachigen Betriebsversammlung auf einen Sprecher und BR-Mitglied im Dezember ausgeübt wurde.

 

4. Die Demokratische Alternative hat Verständnis für die missliche Lage unseres Betriebsratsvorsitzenden.

 

5. Der von ihm geschützte Kollege sollte ruhig seine angekündigten rechtlichen Schritte einleiten – wir sind ebenfalls an einer Klärung interessiert. Weiterhin haben wir allergrößtes Interesse an der Herstellung des betrieblichen Friedens. Wegen des laufenden BR-Wahlkampfs wollten wir ursprünglich keine weitere öffentliche Stellungnahme abgeben.

1a) Fahrzeugfertigung

Die Fahrzeugfertigung in Köln wird weiterhin den Fiesta 3- und 5-Türer und den Fusion produzieren…………Für den Fall, dass der gegenwärtige Fusion durch ein anderes Modell ersetzt werden sollte, wird Köln die europäische Produktionsstätte werden…………….Köln bleibt das Lead-Plant für das B-Car……Wollt Ihr mehr wissen BRInformationen

 

 

18.02.2014 / Tageszeitung Junge Welt

 


 

Nächste Runde

 

Ford stellt Standort Köln in Frage?

Von Daniel Behruzi
Die Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen in der europäischen Autoindustrie dreht sich weiter. Über das nächste Kürzungspaket wird offenbar gerade bei Ford in Köln verhandelt..............Schon das zeigt: Verzicht ist keine Lösung. Irgendjemand, der es billiger macht, findet sich immer. Die Alternative wäre Widerstand, der das Image des Konzerns auf einem seiner wichtigsten Absatzmärkte trifft und eine Schließung teuer macht. Doch wer – wie die Betriebsratsspitzen bei Ford und anderswo – die Standortkonkurrenz akzeptiert, wird diesen Weg nicht gehen. Oder erst dann, wenn es zu spät ist. Wollt Ihr mehr wissen Aktuelles


Dr. Carl-Ludwig Voss

UNSER LISTENSPRECHER

Unsere

Betriebsräte

Metin SIRIN

Rahmi YENI

Muharrem KIZILKAYA

 

Zekeriya ÖKÜT